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Wie alles begann: Unser erstes Wohnmobil

  • Autorenbild: Brigitta Bischof
    Brigitta Bischof
  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Bevor wir überhaupt ans Wohnmobil-Fahren gedacht haben, waren Stephan und ich eigentlich ganz "normale" Reisende. Wir sind geflogen, wir haben Autoreisen gemacht, und wenn wir irgendwo ankamen, dann meistens in einem guten Hotel – vier Sterne, manchmal fünf. Es war schön. Aber irgendwie hat es uns nie ganz erfüllt. Wir merkten beide, ohne es so richtig aussprechen zu können: Da fehlt etwas. Das ist zu langweilig und gleichförmig.


Ein Freund, ein Vorschlag, ein Wochenende

2014 war es dann so weit. Ein Freund von uns wollte sein Wohnmobil verkaufen – ein Fiat Travel Van mit Bürstner-Aufbau, gebraucht, aber fast neuwertig.

Er kannte uns gut genug, um zu wissen, dass wir schon lange davon redeten, uns auch mal so ein "fahrendes Zuhause" zuzulegen. Und dann sagte er einfach: "Fahr doch mal ein Wochenende weg damit. Schaut mal, ob euch das passt."

Er hat es uns hingestellt. Wir haben es uns angeschaut – und hatten keine Ahnung von gar nichts. Keine Erfahrung mit Wohnmobilen, kein Wissen, wie das mit Wasser, Strom oder der Toilette überhaupt funktioniert. Wir sind einfach losgefahren, auf die andere Seite des Bodensees, nach Deutschland, haben uns einen Campingplatz gesucht und blieben zwei, drei Tage. Nur um zu üben. Um zu lernen, wie man in so einem Gefährt lebt.


Die Farben, über die ich bis heute schmunzeln muss

Wohnmobil Sitzbezüge
Wohnmobil Sitzbezüge

Jetzt muss ich dir noch etwas gestehen: Ich bin ein absolut ästhetischer Mensch. Ich liebe Farben, Formen und wie Dinge zusammenpassen – das ist mir wichtig, fast schon eine Macke von mir. Und dieses Wohnmobil? Da hat innen so gar nichts zusammengepasst.

Aussen weiss mit ein paar Streifen, das war noch in Ordnung. Aber innen – oh je. Die Sitze waren gestreift, in einem Mix aus Braun, Orange und einem Bordeaux-Violett, für das ich bis heute keinen Namen gefunden habe. Der Teppich: knallrot. Bei den Längsbetten hinten war das Mittelteil mit dunkelblauem Samt bezogen. Und dazwischen: helles, eigentlich sehr schönes Holz, das zu alledem einfach nicht passen wollte.

Ich war ehrlich gesagt geschockt, als ich das zum ersten Mal sah und ich habe mich ernsthaft gefragt, wer in Gottes Namen, so etwas designed.

Trotzdem haben wir es gekauft. Und wir haben es geliebt.

Natürlich konnte ich nicht anders, als ein bisschen einzugreifen: Felle über die Sitze, eine helle Decke über das blaue Samtteil, und die Vorhänge habe ich kurzerhand selbst neu genäht. Kleine Handgriffe gegen den Farb-Schock – aber am Ende ging es nie wirklich um die Farben.


Was wir dabei wirklich gefunden haben

Denn was wir mit diesem Wohnmobil entdeckten, war etwas ganz anderes als bunte Sitzbezüge. Es war Freiheit.

Wir mussten uns nicht mehr an Check-in-Zeiten halten, an Frühstückszeiten, an die Regeln eines Hotels.

Wenn es uns irgendwo nicht gefiel, sind wir einfach weitergezogen. Diese Flexibilität – selbst zu entscheiden, wann und wohin – das war das eigentliche Geschenk. Nicht das Vier-Sterne-Zimmer, sondern die Freiheit, jederzeit "weiter" sagen zu können.

Das war der Anfang von etwas, das uns zehn Jahre lang begleiten sollte.


(Fortsetzung folgt: die schönsten Momente dieser zehn

Jahre – und wie es schliesslich zum Abschied kam, zu einer Pause und zu einer Neuanschaffung.)

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